20 Museumsgänger, die den Kunstwerken die Show stehlen.

Stefan Draschan wurde Fotograf, nachdem er mit dem Rauchen aufgehört hatte. Das war im Jahr 2013. Kaum war er nicht mehr so fixiert darauf, jeden Raum so schnell wie möglich zu verlassen, um sich die nächste Zigarette anzuzünden, hatte er auf einmal Zeit, sich umzusehen, Leute zu beobachten oder kuriose Zufälle zu bemerken. Diese Eindrücke musste er festhalten! 

Also schnappte sich der gebürtige Österreicher eine Fotokamera und legte sich an eben jenem Ort auf die Lauer, der für viele der Inbegriff der Muße und des Sinnierens ist: dem Museum. Was er dort mit seiner Kamera einfing und auf seinem Blog mit uns teilt, ist phänomenal. Ob in Wien, Berlin oder Paris – überall fotografierte Draschan Museumsbesucher, die auf verblüffend witzige Weise mit den Kunstwerken harmonierten, als seien sie Chamäleons. Mal stimmten Farbe oder Muster ihrer Kleidung mit den Bildern überein, mal wiederholte sich eine bestimmte Form in der Frisur oder in der Körperhaltung. Auf jeden Fall lohnt es sich, sich von Stefan Draschans Entdeckungen überraschen zu lassen.

1.) Als sei eine Nixe eben Monets Seerosenteich entstiegen, um ein Foto von ihrem Zuhause zu knipsen.

2.) Hier scheint jemand eine Vorliebe für ein gewisses Federvieh zu haben.

3.) Sobald die Handwerker mit den Bohlen fertig sind, ist die Frisur dieser jungen Dame dran.

4.) Wie ein goldener Rahmen liegen die Zöpfe dieses Mädchens auf dem blauen Halstuch.

5.) Die Frage, ob die Mütze oder das Bild vorher da war, ist bei Experten noch umstritten.

6.) „Schau mal Günther, wie unvorteilhaft sich die Frauen früher gekleidet haben.“

7.) Aufgepasst: Bei diesem Foto stimmt nicht nur die Farbgebung der Kleidung, sondern auch die der Haare!

8.) Nachher hat der Fotograf die Dame noch gebeten, einen Kopfstand zu machen.

9.) Das passiert, wenn man sich die Bilder zu lange anschaut:

10.) Diese junge Frau wäre gern mit auf das Bild gekommen, hatte sich allerdings verspätet.

11.) Diese Museumsbesucherin beschleicht das seltsame Gefühl, das Bild heute schon einmal gesehen zu haben.

12.) „Endlich mal ein ausdrucksstarkes Mannsbild in dieser Ausstellung!“

13.) Der alte Graf von Schlotterstein besichtigt sein Landgut.

14.) „Keine Ahnung, was mir das Bild sagen soll, aber die Farben finde ich gut.“

15.) Im Schrank hatte die Dame noch ein anderes Kleid, mit Leopardenmuster. Aber sie ging ja heute nicht in den Zoo.

16.) Beim Verlassen des Museums gab es kurz Irritationen, ob die junge Frau den Teppich gestohlen habe.

17.) Suchbild mit Kopftuch.

18.) Sogar ein entzündeter Pickel kann erfreuen – zumindest, wenn er so schön zum Rot der Backbordlaterne passt.

19.) Wer im Weg steht, wird vom Künstler einfach übermalt.

20.) „Ich bin dann mal weg“, sagte sie und wurde nie wieder gesehen ...

Die Glimmstängel gegen eine Fotokamera einzutauschen, war für Stefan Draschan nicht nur von gesundheitlichem Nutzen. Seine Wahrnehmung der Welt hat sich erweitert. Ob das bei jedem so gegangen wäre, sei mal dahingestellt. Stefan Draschan hat sich jedoch fortan von seinem wahren Talent treiben lassen: seinem besonderen Blick, der uns mit diesen Chamäleon-Momenten viel Spaß bereitet. Ein Grund, selbst etwas aufmerksamer hinzugucken. Teile diesen Artikel daher mit all jenen, die mal wieder ins Museum gehen sollten!

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